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Beeinflusst das Darm-Mikrobiom Allergien?
Meine Eltern haben schon vor Jahren Schwarzkümmelöl im Zusammenhang mit meiner Pollenallergie erwähnt. Damals war ich noch ein Kind und habe den Sinn dahinter nicht verstanden. Da es für ein Kind sicher Besseres gibt, als das Öl pur einzunehmen, habe ich mich dafür kaum interessiert. Besonders komisch fand ich es immer, dass ich bereits im Januar mit der täglichen Einnahme anfangen sollte, obwohl draussen noch Winter war und von Gräserpollen nichts zu sehen war. Ich habe damals nicht wirklich verstanden, warum man so früh "präventiv" etwas einnehmen sollte.
Erst später habe ich begriffen, dass es dabei gar nicht um die akuten Symptome geht, sondern um die Vorbereitung des Körpers. Unser Immunsystem – und damit auch unsere Reaktion auf Allergene – hängt stark mit dem Zustand unseres Darms zusammen. Das Mikrobiom spielt eine viel grössere Rolle, als mir damals bewusst war. Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen (z. B. Bakterien oder Viren), die Menschen oder andere Lebewesen besiedeln. Wenn dieses Gleichgewicht stimmt, reagiert der Körper oft weniger stark auf äussere Reize wie zum Beispiel Pollen.
Rückblickend ergibt das frühe Beginnen plötzlich Sinn. Es geht nicht darum, erst zu reagieren, wenn die Allergie schon da ist, sondern dem Körper rechtzeitig zu helfen, stabiler zu werden. Heute sehe ich Schwarzkümmelöl als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes. Der Körper wird von innen unterstützt. Und das lange bevor die Allergiesaison beginnt.
Dass das kein Märchen ist, habe ich am eigenen Leib erfahren: Die lästigen Symptome, die mich sonst im Frühling quälten, traten plötzlich kaum noch auf. Wenn man lange darunter gelitten hat, ist es fast nicht greifbar, wenn diese Beschwerden im Frühjahr und Sommer nun einfach ausbleiben. Ungläubig habe ich immer wieder die Pollenbelastung geprüft – und staunte: Dunkelrot, hohe Belastung – und ich spürte wenig bis gar nichts.
Ich möchte erwähnen, dass ich dabei einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und verschiedene Aspekte berücksichtigt habe. Es wäre vermessen zu behaupten, dass die Veränderungen allein auf das Schwarzkümmelöl zurückzuführen sind. Dennoch war es ein fester Bestandteil meiner Strategie – und einige Monate nach Beginn der Kur zeigten sich klare Verbesserungen. Dass diese Veränderung ein längerer Prozess ist, der etwas Geduld und Einnahmetreue erfordert und nicht einfach so plötzlich passiert, haben wir ja bereits gelernt. Aber es lohnt sich, denn ein Frühling ohne Allergiesymptome ist herrlich.
Ein kurzer Einblick in die Wissenschaft von Schwarzkümmel
Schwarzkümmelöl wird aus den Samen von Nigella sativa gewonnen und zählt zu den am besten untersuchten pflanzlichen Ölen in den Bereichen Immunmodulation und entzündungshemmender Wirkung. Zu den wichtigen Inhaltsstoffen gehört unter anderem Thymoquinon, dem antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften zugeschrieben werden (Bassura et al., 2021; Kavyani et al., 2023; Mohit et al., 2020; Rahman et al., 2024).
Schwarzkümmelöl und Mikrobiom?
Die direkte Forschung zur Wirkung von Schwarzkümmelöl auf das menschliche Darm-Mikrobiom ist noch nicht sehr umfangreich. Tierstudien mit Extrakten aus den Samen (Polysaccharide) zeigen jedoch, dass diese die Struktur der Darmflora positiv verändern und die Vielfalt der Mikroorganismen verbessern können, wodurch wiederum das Immunsystem gestärkt wird (Liang et al., 2021).
Solche Veränderungen im Mikrobiom können dazu beitragen, dass das Immunsystem langfristig weniger überschiessend auf Allergene reagiert.
Wie schnell findet eine Veränderung des Mikrobioms statt?
Es gibt aktuell noch keine fundierte Forschung, die genau beziffern, wie schnell Schwarzkümmelöl das Mikrobiom verändert, da Mikrobiom-Studien sehr komplex und teuer sind. Generell zeigen Ernährungs- oder Supplement-Interventionen im Darm jedoch nach einigen Wochen bis Monaten spürbare Veränderungen der Bakterienzusammensetzung. Die individuelle Reaktion hängt stark von der Ernährung, dem Ausgangszustand und der Dosierung ab.
Warum sollte man vor der Allergiezeit starten?
Saisonale Allergien wie Heuschnupfen entstehen durch eine überschiessende Immunantwort auf Pollen und andere Allergene. Die Studienlage zu möglichen Interventionen ist noch begrenzt. Eine aktuelle Metaanalyse von He et al. (2024) zeigte jedoch, dass sich die gesamten nasalen Symptome durch die Behandlung mit Nigella spp. im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verbessern können. Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass weitere qualitativ hochwertige Studien notwendig sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen. Eine weitere Metaanalyse von Kavyani et al. (2023) untersuchte die Wirkung von Nigella sativa (Schwarzkümmel) auf Entzündungs- und oxidative Stressmarker beim Menschen. Zwar handelt es sich hierbei nicht um allergie-spezifische Biomarker, doch mehrere davon – darunter CRP, TNF-α sowie Marker für oxidativen Stress (MDA, SOD, GPx und TAC) – sind an biologischen Prozessen beteiligt, die auch bei allergischen Reaktionen eine Rolle spielen.
Chronische allergische Entzündungen gehen typischerweise mit erhöhten proinflammatorischen Zytokinen (Botenstoffe, um Signale zwischen Zellen zu übertragen), verstärktem oxidativem Stress und einer eingeschränkten antioxidativen Abwehr einher.
Trotz der noch nicht umfassenden Forschungslage deuten die Ergebnisse und Erfahrungen von vielen Anwendern darauf hin, dass eine kontinuierliche Einnahme von Schwarzkümmelöl über mehrere Wochen vor dem saisonalen Höhepunkt sinnvoll sein kann, um Symptome zu lindern und entzündliche Prozesse zu modulieren.
Diese präventive Strategie zielt darauf ab, den Körper besser vorzubereiten, bevor die Allergenexposition stark ansteigt – ähnlich wie bei einer spezifischen Immuntherapie.
Mein Fazit
Regelmässigkeit macht den Unterschied, da sie dem Körper hilft, sich selbst zu regulieren. Schwarzkümmelöl ist also kein einmaliges kurzfristiges Wundermittel, sondern ein Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Eigenschaften.
Referenzen
Basurra RS, Wang SM, Alhoot MA. Nigella sativa (Black Seed) as a Natural Remedy against Viruses. J Pure Appl Microbiol. 2021;15(1):29–41. doi:10.22207/JPAM.15.1.26
He Y, Hu X, Chang L, Liu S, Lv L, Qin G, Jiang L. Meta-analysis of randomized controlled trials assessing the efficacy of Nigella sativa supplementation for allergic rhinitis treatment. Front Pharmacol. 2024;15:1417013. doi:10.3389/fphar.2024.1417013.
Kavyani Z, Musazadeh V, Golpour-Hamedani S, Moridpour AH, Vajdi M, Askari G. The effect of Nigella sativa (black seed) on biomarkers of inflammation and oxidative stress: an updated systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Inflammopharmacology. 2023;31(3):1149–1165. https://doi.org/10.1007/s10787-023-01213-0
Liang Q, Dong J, Wang S, Shao W, Ahmed AF, Zhang Y, Kang W. Immunomodulatory effects of Nigella sativa seed polysaccharides by gut microbial and proteomic technologies. Int J Biol Macromol. 2021;184:483–496. https://doi.org/10.1016/j.ijbiomac.2021.06.118
Mohit M, Farrokhzad A, Faraji SN, Heidarzadeh-Esfahani N, Kafeshani M. Effect of Nigella sativa L. supplementation on inflammatory and oxidative stress indicators: A systematic review and meta-analysis of controlled clinical trials. Complement Ther Med. 2020;54:102535. https://doi.org/10.1016/j.ctim.2020.102535
Rahman AU, Abdullah A, Faisal S, et al. Unlocking the therapeutic potential of Nigella sativa extract: phytochemical analysis and revealing antimicrobial and antioxidant marvels. BMC Complement Med Ther. 2024;24:266. https://doi.org/10.1186/s12906-024-04470-w
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